Uns erreichen zunehmend Berichte von Eltern, dass die jeweils zuständigen Gesundheitsämter einen Immunitätsnachweis per Antikörperbestimmung im Blut (in der Regel nach einer Masern-Impfung) nicht akzeptieren.

Es scheint, dass auch der Öffentliche Gesundheitsdienst hier des sinnentnehmenden Lesens nicht immer mächtig ist:

Das RKI differenziert in seinem "Fachwörterbuch Infektionsschutz" sehr filigran zwischen dem Impfschutz auf der einen und der Immunität auf der anderen Seite:

Impfschutz
Der individuelle Impfschutz wird in der Praxis auf der Grundlage der durchgeführten Impfungen (→ Impfstatus) abgeschätzt.
Impfstatus
Zahl und Art der bei einer Person bisher durchgeführten …Impfungen;
von diesen kann auf den vermutlich bestehenden Impfschutz, allerdings nicht sicher auf eine Impfimmunität, geschlossen werden.
Immunität
Nichtanfälligkeit, allgemeine Bezeichnung für die Unempfänglichkeit des Organismus gegenüber bestimmten Infektionserregern.

Im zu Grunde liegenden Gesetzestext heißt es dann unmissverständlich (IfSG, § 20, Absatz 8 - Hervorhebung durch uns):

Folgende Personen, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind, müssen entweder einen nach den Maßgaben von Satz 2 ausreichenden Impfschutz gegen Masern oder ab der Vollendung des ersten Lebensjahres eine Immunität gegen Masern aufweisen

(und hier folgt dies Aufzählung verschiedenster Formen der Betreuung in Gemeinschaftseinrichtungen).

Der Nachweis einer Immunität kann in der Praxis auf keine andere Art und Weise erbracht werden, als durch eine Antikörperbestimmung im Blut (als interessanter Nebenaspekt beruhen ja auch die Zulassungen vieler Impfstoffe einzig und allein auf diesen Titer-Untersuchungen...).

Wir bitten alle Eltern, die von einer solchen Ablehnung einer von einem akkreditierten Labor durchgeführten und als ausreichend befundeten Antikörperbestimmung betroffen sind:

 

  • das zuständige Gesundheitsamt um eine schriftliche Ablehnung zu ersuchen

  • uns diese schriftliche Äußerung zusammen mit einer Kopie des vorgelegten Immunitätsnachweises zukommen zu lassen (bitte datenschutzrechtlich einwandfrei per Schneckenpost).

 

Wir werden dann mit unseren juristischen Beratern rechtliche Schritte gegen die entsprechenden Gesundheitsämter prüfen.